Spielbericht: FHC Pichl – SV Rohrmoos 1:3

In einem ungewöhnlichen Derby holte sich der SV Rohrmoos nach acht Jahren wieder einmal einen Auswärtssieg beim FHC Pichl.

Um technisch ansehnlichen Fußball zu ermöglichen und auch um die Verletzungsgefahr möglichst niedrig zu halten, ist es bekanntlich notwendig, das Spielfeld zu pflegen und für eine geeignete Rasenhöhe zu sorgen. Dass der FHC Pichl nach 33 Dorfligajahren ein Geläuf anbietet, dass den Schiedsrichter trotz hervorragendem Wetter fast schon zur Spielabsage bewogen hätte, ist sehr enttäuschend. Wir wollen keineswegs von einer Benachteiligung oder böser Absicht sprechen. Letzten Endes hat es den Gastgebern nicht geholfen, aber auch die ca. 70 Zuschauer hätten sicher gern schönere Spielzüge und ein flüssiges Passspiel gesehen.

Zusätzlich hat dem Spielleiter das Verhalten einiger Spieler und Trainer nicht geschmeckt. Eine derartige Häufigkeit an Verwarnungen auf und neben dem Platz ist in der Ennstaler Dorfmeisterschaft äußerst selten zu beobachten und die Pichler mussten in der zweiten Halbzeit sogar einen Ausschluss hinnehmen.

Doch trotz der Widrigkeiten wurde auch um Punkte gekickt. Sehr überraschend gab SVR-Kapitän Andreas Stocker sein Debüt als Torhüter, weil keiner der bewährten Einser zur Verfügung stand. In einigen Situationen war erkennbar, dass es wirklich eine Notlösung war, aber andererseits war die Anzahl der Gegentore keineswegs dramatisch.

Die Pichl-Spieler stellten sich von Beginn an besser auf die Umstände ein und hatten bereits während der torlosen ersten Halbzeit mehr Spielanteile, aber wenig klare Torchancen. Nur in der 13. Minute kamen sie im Strafraum in eine sehr aussichtsreiche Position, verfehlten das Tor aber knapp.

Auf der anderen Seite vernebelte Stefan Scherz bereits in den Anfangsminuten eine gute Einschussmöglichkeit. Andi Zechmann versuchte es vergeblich aus größerer Distanz (21.) und Georg Skopek scheiterte in der 43. Minute mit einem scharfen Schuss aus spitzem Winkel am Torhüter. Viel mehr sportlich Erwähnenswertes gab es vor dem Pausenpfiff wohl nicht.

Und danach wurde es eher schlechter als besser. Die Rohrmooser fanden kein Konzept, stattdessen verhalfen sie den Pichlern durch Nachlässigkeiten und mangelhaftes Positionsspiel immer öfter zu guten Torgelegenheiten. Die Konsequenz war das 1:0 für die Heimmannschaft in der 54. Minute, nach einem unnötigen Ballverlust von Giwrgos Prionidis im eigenen Strafraum.

Eine auffällige Reaktion auf den Rückstand war zunächst nicht erkennbar, aber in der 72. Minute jagten die Pichler Andi Zechmann den Ball ab und kamen zu ihrer eindeutigsten Torchance, die sie allerdings etwas kläglich ausließen. Wie ein Weckruf für den SVR wirkte ein Freistoß des eingetauschten Norbert Pitzer in der 77. Minute, der knapp über das Tor segelte.

Nur eine Minute später sprang der Ball halbrechts zu Stefan Scherz, der aus ca. 18 Meter Entfernung eine Außenrist-Bogenlampe produzierte, die über den Tormann hinwegflog und unter der Latte zum Ausgleich einschlug. Wenn wir nicht wüssten, dass Scherzi diese Schusstechnik seit mehreren Jahren immer wieder einsetzt, müssten wir von einem Zufallsprodukt schreiben. In Wirklichkeit war es freilich eher ein geniales Kunstwerk, das er auch prompt seinem Ex-Trainer und Immer-noch-Kritiker Herwig Aichmann widmete.

Drei Minuten später hätte es fast Scherz-Doppelpack geheißen, doch dieses Mal traf er nur die Außenstange. Im folgenden Angriff kam Pichl zu einer absolut irregulären Torchance: Nachdem der Ball eindeutig im Seitenaus landete, aber von Lukas Knauss wieder auf das Feld befördert wurde, ließ der Schiedsrichter das Spiel weiterlaufen und ermöglichte es so den Pichlern, fast blank vor Andi Stocker ein weiteres Mal das Tor zu verfehlen.

Mittlerweile hatte das SVR-Team erkannt, dass es an diesem Tag zielführender war, den Ball in Richtung Strafraum zu dreschen, anstatt das gewohnte schnelle Kombinationsspiel anzuwenden. Aus einer derartigen Aktion entstand der Führungstreffer von Karl Thaler, der den Ball in der 85. Minute aus kurzer Distanz unter die Latte hämmerte.

Was noch fehlte, war ein Treffer unseres erfolgreichsten Torjägers. Ähnlich wie beim 2:1 flog der Ball auch in der 88. Minute unkontrolliert vor das Tor, wo Georg Skopek wieder einmal genau richtig stand und unwiderstehlich für den Endstand sorgte. Angesichts nicht genau dokumentierter früherer Torserien von Karl Gerhardter können wir es nicht als Vereinsrekord bezeichnen, aber es ist auf jeden Fall extrem beachtlich, dass Skopek nunmehr in acht Spielen in Folge immer mindestens ein Tor erzielt.

Befund:

Der Derbysieg überstrahlt den an für sich nicht sehr gelungenen Auftritt. Die Bremswirkung des viel zu hohen Rasens erwies sich als Gift für das Aufbauspiel des SV Rohrmoos, und über zwei Drittel der Spielzeit hatten die technisch keineswegs überragenden Pichler das Match unter Kontrolle. Dazu wurde der Erfolg durch gleich mehrere individuelle Fehler in Gefahr gebracht. Es ist aber absolut positiv hervorzuheben, dass die Mannschaft ihre Spielweise in der Schlussphase umgestellt hat. Auch wenn bei der Entstehung der Tore mehrmals Zufälle geholfen haben, war es am Ende doch auch ein erzwungener Sieg.

Aufstellung:

Tormann
Andreas Stocker

Verteidigung
Gerhard Fischbacher (ab 63. Heinrich Lettner), Toni Stocker, Giwrgos Prionidis, Robin Hutegger (ab 50. Norbert Pitzer)

Mittelfeld
Karl Thaler, Lukas Knauss, Andreas Zechmann, Tobias Huemer (ab 51. Michael Wiesbauer)

Sturm
Stefan Scherz, Georg Skopek

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