Spielbericht: FHC Pichl/Forstau – SV Rohrmoos 0:1

Knapper Derbyssieg gegen Pichl/Forstau

Nicht alle Zuschauer haben unserem Vorbericht entnommen, dass die Anstoßzeit bereits um 16 Uhr war, aber zumindest in der zweiten Halbzeit waren ca. 80 Fans dabei, um das mit Spannung erwartete Stadtgemeinde-Derby zu erleben. Der Lautstärkepegel blieb durchgängig ziemlich niedrig – das haben wir in Pichl schon anders erlebt. Wetter und Platz zeigten sich in angenehmem Zustand und wir haben gelernt, dass Trinkpausen unabhängig von den Temperaturen inzwischen zum Standardprogramm gehören, wenn sie nicht von beiden Trainern abgelehnt werden.

Wie fast immer musste SVR-Trainer Martin Gerhardter die Aufstellung anpassen, weil einige Stammspieler nicht zur Verfügung standen. Die ersten zwanzig Minuten wirkten eher wie eine Eingewöhnungsphase, aber auch bei Pichl/Forstau war wenig von einem zielführenden Spielaufbau zu sehen. 

Ab Mitte der ersten Halbzeit gelang es den Rohrmoosern immer eindeutiger, die Verteidigung der Gastgeber zu beschäftigen. Christian Fischbacher und Stefan Scherz zeigten sich als sehr bewegliche Angriffsspieler, die aus dem Zentrum durch Lukas Knauss und Georg Skopek unterstützt wurden, und im fortgeschrittenen Spielverlauf fanden immer öfter auch Tobias Huemer und Alexander Hutegger auf den Außenpositionen Gelegenheiten, um die Offensive zu verstärken.

Mit einem direkten Freistoß in der 25. Minute hatte Christian Fischbacher die bis dahin beste Torchance, verfehlte das Tor aber knapp. Im Gegenzug versuchten es die Pichler mit einem Weitschuss, der deutlich über das Gehäuse flog.

Bereits in der 27. Minute folgte die spektakulärste Szene des Tages, die am Ende auch zum einzigen Tor führte. Es begann mit einer Balleroberung im Mittelfeld durch Christian Fischbacher, der daraufhin in Richtung Strafraum stürmte, aber sein Schussversuch wurde abgewehrt. Der Ball landete bei Tobias Huemer, der von der rechten Seite abzog, aber wieder stand der Tormann im Weg. Doch der hatte das Pech, dass der Ball erneut bei Fischbacher landete. Dieses Mal ließ sich „Grilli“ die Chance nicht nehmen und so schlenzte er die Kugel gekonnt zum Führungstreffer ins lange Eck.

Drei Minuten später beförderte Lukas Knauss den Ball hoch in den Strafraum auf Stefan Scherz, der mit einem akrobatischen Volleyschuss direkt sein Glück versuchte, aber das Tor knapp verfehlte. Nach einem Abwehrfehler in der 39. Minute kam Scherzi seinem ersten Saisontor noch näher, traf aber mit seinem Schuss genau den Querbalken.

Bei den Ballbesitzanteilen war der Unterschied in der ersten Hälfte sicher geringfügig. Allerdings hatte der SV Rohrmoos deutlich klarere Torchancen als Pichl/Forstau. Das war nicht zuletzt auch der Ertrag einer soliden Abwehrleistung. Die schon in der Vorwoche erprobte Alternativ-Innenverteidigung mit Karl Thaler und Andreas Stocker funktioniert immer besser, und die Außenverteidiger Heinrich Lettner und Gerhard Fischbacher ließen auf den Abwehrseiten nichts Unerwünschtes zu.

Kurz nach der Pause flankte Stefan Scherz nach einem Konter auf Alexander Hutegger, der aber die Kopfballchance aus kurzer Entfernung nicht verwertete. Danach folgte die stärkste Drangphase von Pichl/Forstau. Zunächst versuchten sie es mit einem Volleyschuss, den Tormann Raphael Sablatnig ebenso abwehrte, wie den Schuss auf das kurze Eck, der ein paar Sekunden danach folgte. Vier Minuten später landete ein Distanzschuss der Gastgeber knapp über dem Tor und in der 60. Minute hielt Sablatnig einen Kopfball nach einer unübersichtlichen Strafraumsituation.

Doch selbst während dieser heiklen Phase gelang es dem SVR-Team mehrfach, selbst für Torgefahr zu sorgen. Ein als Flanke getarnter Torschuss von Lukas Knauss landete knapp hinter der Latte. Kurz danach hatte Stefan Scherz nach Zuspiel von Alexander Hutegger seine nächste gute Gelegenheit, scheiterte aber am zu gut reagierenden Pichler Torhüter. Schließlich hatte Scherz noch ein Schmankerl auf Lager, als er seinen Gegenspieler mit einem Hackentrick narrte und zu Christian Fischbacher passte, dessen Schuss abgefälscht daneben ging.

Den Tormännern wurde es weiterhin nicht fad. Sablatnig fing in der 71. Minute eine Schussflanke ab, und sein Kollege entschärfte auf der anderen Seite einen Schuss von Tobias Huemer mit Bravour. Auch die eingetauschten Spieler zeigten sich vor dem gegnerischen Tor. Michael Wiesbauer versuchte in der 79. Minute einen langen Pass direkt zu verwerten, traf aber den Ball sehr ungünstig. In der 90. Minute spielte Lukas Reiter einen herrlichen Diagonalpass auf Bernd Stocker, aber sein Abschlussversuch war ein wenig unkontrolliert.

Die finale Rettung des Sieges gelang Raphael Sablatnig, indem er kurz vor dem Ende noch einen keineswegs harmlosen Freistoß der Pichler/Forstauer abwehrte, obwohl er ihn lieber gefangen hätte. Leider hat ihm die Aktion zwei ziemlich lädierte Finger eingebracht, aber ein Derbysieg ist hoffentlich auch diesen Schmerz wert.

Vorläufig hat der SV Rohrmoos die Tabellenführung erobert, auch wenn der aktuelle Stand wegen einiger ausstehender Nachholspiele verzerrt ist.

Lernerfolg:

Die im Bericht erwähnten Umstellungen haben sich in diesem Match positiv ausgewirkt. Alle Mannschaftsteile haben recht gut funktioniert. Die Konstanz auf der Tormannposition ist in diesen Zeiten sehr wertvoll. Die konzentrierte Defensivarbeit verhinderte weitgehend das zuvor hoch eingeschätzte Herausspielen von Torchancen der Gastgeber. Das Mittelfeld war für Abwehr und Angriff eine Bereicherung. Unser sehr gut aufgelegtes Sturm-Duo sorgte oft genug für Alarm und ließ die gelobte Pichler Hintermannschaft mehrfach überfordert ausschauen. Die Ergänzungsspieler haben sich gut integriert. Selbstverständlich hätte uns eine bessere Chancenverwertung das Zittern in der Endphase ersparen können, aber der Sieg überstrahlt jedes Missgeschick. 

Aufstellung:

Tormann

Raphael Sablatnig

Verteidigung

Heinrich Lettner (ab 78. Bernd Stocker), Andreas Stocker, Karl Thaler, Gerhard Fischbacher

Mittelfeld   

Tobias Huemer, Lukas Knauss, Georg Skopek, Alexander Hutegger (ab 79. Michael Wiesbauer)

Sturm

Christian Fischbacher (ab 84. Sebastian Trinker), Stefan Scherz (ab 86. Lukas Reiter)

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