Spielbericht: SV Rohrmoos – SV Haus 2:0

Mit seinem historischen 200. Dorfliga-Sieg sichert sich der SV Rohrmoos erneut die Herbstmeisterschaft.

Pünktlich zum Anpfiff begann auch der Regen, begleitet von einigen Windstößen. Aber ungefähr 98 Besucher ließen sich das Topspiel nicht entgehen und bereut hat es hoffentlich keiner. Der Rasen war wieder einmal in einem sehr guten Zustand und trotz Mistwetter bis zum Schluss bemerkenswert gut bespielbar.

Es war schnell erkennbar, dass die Rohrmooser an diesem Tag kontrollierter und ballsicherer unterwegs waren als die Gäste. Auch die Absicherung funktionierte gut, so dass es den Hausern kaum gelang, ihre schnellen Angreifer aussichtsreich anzuspielen. Ungefähr ab der zehnten Minute war der SVR auch torgefährlich. Als der ansonsten zuverlässige Haus-Tormann eine Flanke ausließ, versuchte Georg Skopek den Ball ins Tor zu grätschen was vom Schiedsrichter als Foul gewertet wurde. Kurz danach platzierte Andreas Zechmann einen Freistoß in Richtung rechtes Toreck, den aber der Keeper reaktionsschnell abwehrte. Ein Kopfball von Michael Wiesbauer flog am kurzen Eck vorbei.

Die beste Angriffsaktion des SV Haus während der ersten Hälfte entstand durch einen hohen Ball in den Strafraum nach einem von der Mauer abgewehrten Freistoß, doch der höchst aufmerksame Schiedsrichter entschied auf Abseits. In der 32. Minute wurde Stefan Scherz im Strafraum angespielt, der den Ball kunstvoll am Tormann vorbeischob, aber ein Verteidiger rettete auf der Torlinie. Bis zur Pause bewahrte ihr Torwächter die Hauser vor einem Rückstand, wie bei einem Freistoß von Skopek (37.), einer schwer berechenbaren Flanke von Wiesbauer (38.) und bei einem scharfen Distanzschuss von Zechmann.

Nach nur knapp fünf Minuten Pause ging es direkt im ähnlichen Stil weiter. Alexander Hutegger verfehlte das Tor mit einem Vollspannschuss. Dass Haus in der 58. Minute eine ähnliche Chance hatte, soll nicht unerwähnt bleiben. Den nächsten Versuch von Andi Zechmann parierte der Tormann mit einer spektakulären Flugeinlage.

In der 63. Minute kam Michael Wiesbauer auf der Rechtsaußenposition an den Ball und flankte mustergültig über die gegnerische Abwehr hinweg an den langen Pfosten, wo Alexander Hutegger mit perfektem Timing zum Tor sprintete und per Kopfball aus kurzer Distanz zur 1:0-Führung einnetzte.

Acht Minuten später schloss Georg Skopek einen gelungene Ballstafette ab – leider rechts vorbei. Der enorm auffällige Ex-Grillmeister Alex Hutegger prüfte ein weiteres Mal den Tormann der Hauser, der den Test dieses Mal mit einer gekonnten Parade souverän bestand.

Doch in den letzten zwanzig Minuten kam mehr Bewegung in das Angriffsspiel des SV Haus und plötzlich geriet die wohlverdiente Führung der Rohrmooser in Gefahr. Vor allem mit hohen Freistoßflanken oder langen Pässen brachten sie Stimmung in den Strafraum, aber sie fanden entweder nicht den gewünschten Abnehmer oder SVR-Tormann Christian Fischbacher hatte die Lage im Griff. Besonders gefordert war „Grilli“ zu Beginn der Nachspielzeit, als er einen platzierten Schuss von der linken Angriffsseite glänzend abwehrte.

Es lief bereits die 93. Minute, als Stefan Scherz den weit aufgerückten Hausern den Ball abjagte und bis zur Strafraumgrenze stürmte, um den Ball mit atemberaubender Abgebrühtheit vorbei am herausgelaufenen Tormann zum 2:0 in die lange Ecke zu schlenzen. Es gibt einen begabten Jung-Nationalspieler, der am nächsten Tag eine fast identische Situation weniger erfolgreich gelöst hat. Man mag es kaum glauben, dass es erst das erste Saisontor vom Scherz war.

Es war ein faires Spiel, dass Schiedsrichter Sallegger jederzeit souverän leitete. Mit dem Erfolg gegen den Meisterschaftsfavoriten sichert sich der SV Rohrmoos wie im Vorjahr die Herbstmeisterschaft, und eher zufällig ist dem Kassier aufgefallen, dass es unser 200. Sieg in einem Dorfliga-Spiel war. Es werden wohl noch ein paar Jahre vergehen, bis der nächste Verein das schafft.

Konklusion:

Es ist keineswegs eine übertriebene Feststellung, unserem SVR-Team die bisher beste Saisonleistung zu unterstellen. Es hat auch bei Sonnenschein oft gut funktioniert, aber Regen und Wind scheint die Mannschaft ganz außerordentlich zu beflügeln. Dabei waren die Voraussetzungen nicht ganz günstig, weil Martin Gerhardter nur zwei Ersatzspieler auf der Bank hatte. Es gab Zeiten, in denen das normal war, aber die Auswahl müsste schon groß genug sein, um bei einem sportlich nicht unbedeutenden Heimspiel mehr Kandidaten zur Verfügung zu haben. Sehr bewährt hat sich dafür wieder die Doppel-Stocker-Innenverteidigung, die gemeinsam mit den Außenläufern Heinrich Lettner, Thomas Stöckl und später Bernd Stocker kaum herausgespielte Chancen zuließ. Von der erwarteten Offensivstärke des SV Haus war wirklich wenig zu sehen. Dazu gab es zahlreiche wertvolle Balleroberungen im Mittelfeld. Das Angriffsspiel war flüssiger und variantenreicher als in den letzten Spielen und gegen einen weniger guten Tormann wäre die Entscheidung wohl früher gefallen. Aber den Nervenkitzel in den Schlussminuten brauchen wir anscheinend, und das führen uns ja auch die Profiteams oft genug vor. Übrigens gab es mit acht Teilnehmern bei weitem noch keinen Herbstmeister, der mit weniger erzielten Toren ausgekommen ist. 12 Treffer in 7 Spielen passt eher zu Platz 5 oder 6.  Bevor wir zum Meister des Minimalismus ernannt werden, ist die deutliche Steigerung der Trefferquote sicher ein erstrebenswertes Ziel für die Frühjahrsrunde.

Aufstellung:

Tormann

Christian Fischbacher

Verteidigung

Thomas Stöckl (ab 83. Bernd Stocker), Andreas Stocker, Matthias Stocker, Heinrich Lettner

Mittelfeld   

Michael Wiesbauer (ab 65. Norbert Pitzer), Tobias Huemer, Andreas Zechmann, Alexander Hutegger

Sturm

Stefan Scherz, Georg Skopek

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  • 19.11.2020, 10:09 Uhr

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