Spielbericht: SV Mitterberg – SV Rohrmoos 1:1

In der 6. Runde teilten sich der SV Rohrmoos und der SV Mitterberg die Punkte.

Wenig Neues für uns in Mitterberg, was das Ergebnis, fragwürdige Schiedsrichter-Entscheidungen, verletzte Spieler und das Show-Programm der (trink)lustigen Fans betrifft. Eher überraschend waren dafür das sommerliche Wetter, die Aufstellungen und der Spielverlauf.

Nach guten Eindrücken im Training besetzte Martin Gerhardter die Tormann-Position erstmalig mit Tobias Zechmann – bereits der vierte Keeper im fünften Spiel. Philipp Stocker kam auf der linken Seite der Vierer-Abwehrkette zum Zug. Georg Skopek wechselte ins offensive Mittelfeld, während Andreas Zechmann als Sturmspitze auflief.

Die Anfangs-Viertelstunde verlief unspektakulär. Danach kamen die Rohrmooser immer besser ins Spiel und hatten in der 20. Minute eine erste Top-Chance: Nach einem Ballverlust der Mitterberger setzte sich Alex Hutegger auf der linken Seite durch, passte ideal ins Zentrum zu Cousin Andi Zechmann, der aber im Eifer des Gefechts den Ball verfehlte.

Fünf Minuten später verpasste Skopek in Kopfhöhe knapp eine Flanke aus einem Eckball von Andi Zechmann. Weitere zehn Minuten später landete ein Fernschuss von Toni Stocker neben dem Tor und bei einem Schussversuch von Stefan Scherz stand ein Verteidigerhaxen im Weg.

Nach einem Pressball im Mittelfeld kam es zu einer Behandlungspause, und leider musste Mitterbergs Christoph Gruber daraufhin mit einer Verletzung den Platz verlassen. Wir wünschen ihm eine schnelle Regeneration und hoffen, ihn beim Rückspiel im Frühjahr wieder auf dem Platz zu sehen.

Kurz vor dem Seitenwechsel hatte der SVR noch zwei sehr gute Gelegenheiten: Mit einem vorzüglichen Pass schickte Alex Hutegger wieder Andi Zechmann auf die Reise ins Glück, Andi spielte den Tormann aus, kam dann leicht ins Straucheln und traf beim Einschussversuch den Ball nicht richtig. In Minute 45+3 legte Georg Skopek für Tobias Huemer auf, der von der rechten Seite flach auf das lange Toreck zielte, aber ein leichter Kontakt des Torhüters genügte, um den Ball an den Außenpfosten zu lenken.

Kurz nach dem Seitenwechsel hatten die Hausherren ihre beste Phase, und sie kamen prompt in der 51. Minute zum Torerfolg. Nach einer gelungenen Aktion auf der rechten Angriffsseite wurde ihr Schütze Huber angespielt, der mit einem wuchtigen Schuss aus ca. 18 m zum 1:0 vollstreckte und damit ekstatische Jubelszenen auslöste.

Drei Minuten später flog ein guter Schuss der Mitterberger am langen Eck vorbei. Unser Tormann Tobias Zechmann fand sich mit zunehmender Spieldauer immer besser zurecht und hatte die Lage während der restlichen zweiten Halbzeit gut im Griff.

Die weiteren Höhepunkte fanden auf der anderen Seite statt. In der 56. Minute konnte ließ der Mitterberger Goalie einen harmlos wirkenden Freistoß von Stefan Scherz abprallen, Andi Stocker reagierte sofort mit einem Heber, der allerdings auf der Torlinie geklärt wurde.

Drei Minuten später fand Georg Skopek das Mittel zum Erfolg, als er aus ca. 25 Metern Entfernung abzog. Der Ball sprang von der Unterseite der Latte hinter die Torlinie und wieder zurück ins Feld.

Nach dem überfälligen Treffer gelang es den Mitterbergern, ihre Zweikampfstärke zur Geltung zu bringen, so dass etwa 25 Minuten lang keine aussichtsreiche Torchance entstand. Auch die permanente Hitze durch die tief stehende Sonne wirkte sich nachteilig auf Lauffreude und Kreativität der Spieler aus.

Doch für eine Schlussoffensive reichten die Körner noch. In der 84. Minute verpasste der aufgerückte Matthias Stocker frei vor dem Tor sehr knapp eine Flanke. Nicht besser erging es Andi Stocker, als er in der 90. nach einer Hereingabe von Bernd Stocker den Ball aus kurzer Distanz nicht verarbeiten konnte.

Die vermeintlich spielentscheidende Aktion führte zu einem Tor in der Nachspielzeit, das der Schiedsrichter allerdings wegen einer angeblichen Abseitsposition nicht anerkannte. Eine wenig platzierte Flanke von der linken Angriffsseite flog durch viele Körper hindurch zum langen Pfosten, wo Michael Wiesbauer den Ball aus kurzer Distanz ins Tor schob. Zum Zeitpunkt der Flankenabgabe stand Wiesbauer nicht im Abseits und weil kein weiterer SVR-Spieler den Ball berührte, war es ein reguläres Tor. Das haben mehrere Augenzeugen bestätigt, die sich in einem günstigen Blickwinkel befanden, darunter waren auch neutrale Beobachter.

Wie auch immer – es gab zuvor genügend Möglichkeiten für das Rohrmooser Team, das Spiel zu entscheiden.

Nach dem Schlusspfiff kamen endlich wieder die Knallkörper der auffälligen Mitterberger Fans zum Einsatz. So war die kriegerische Schutz-Ausrüstung eines unserer Fans vielleicht doch nicht ganz verkehrt. Und weil einige Mitterberg-Anhänger sich so gern von unseren ironischen Bemerkungen inspirieren lassen, erwarten wir schon, dass sie zum nächsten Spiel mit einem Affenkostüm kommen (siehe Kurzbericht in Facebook).

Aber im Ernst: Es ist sehr unterhaltsam und eine Bereicherung für die Dorfliga, wie die Mitterberger ihre Mannschaft feiern. Nur die Grenze zur Unsportlichkeit darf niemals überschritten werden. Und wenn der mittlerweile gut bekannte Lautsprecher mit sehr persönlichen Ansagen versucht, die Schiedsrichter zu beeinflussen, ist das sehr unsportlich.

Torschütze Georg Skopek
Mit Kriegerischer Schutz-Ausrüstung: Kassier Thomas Prem

Endbetrachtung

Das unverkennbare Manko dieser Herbstrunde ist das Auslassen vom glasklaren Tormöglichkeiten, besonders auffällig in den zwei Spielen, die als Unentschieden gewertet wurden. So etwas wird immer gern mit fehlendem Selbstvertrauen erklärt, oft spielt aber auch der Zufall eine Rolle. Sehr erfreulich ist, dass es Martin Gerhardter und seinem Team bei den häufigen Umstellungen wegen Nichtverfügbarkeit von Spielern gut gelingt, andere Lösungen zu finden und die Siegfähigkeit zu bewahren.

Es war sicher gewagt, Tobias Zechmann mit null Spielpraxis in einem derartig emotionalen Spiel ins Tor zu stellen. Aber nach den völlig normalen anfänglichen Unsicherheiten funktionierte das Stellungsspiel und die Fangsicherheit in der zweiten Halbzeit recht gut und mit gezieltem Training und weiteren Matcheinsätzen ist das Steigerungspotenzial groß.

Die Verteidigung mit 3x Stocker war zuverlässig, nur beim Gegentor passte die Zuordnung nicht. Auf der rechten Abwehrseite ließ Heiner Lettner fast gar keine Angriffe des Gegners zu. Die Änderungen im Mittelfeld und Angriff zeigten sich als sinnvolle Variante, auch wenn die Effektivität ausblieb.

Es bleibt spannend in der Dorfliga. Ein Punktgewinn gegen den SV Haus würde dem SV Rohrmoos genügen, um sich zum dritten Mal in Folge Herbstmeister nennen zu dürfen.

Wir waren bereits optimistisch, dass unsere Spieler dieses Mal alle halbwegs unversehrt aus Mitterberg heimkommen, bis bei Andreas Zechmann ein Muskelfaserriss diagnostiziert wurde. So wird er uns im Abschlussspiel der Herbstrunde fehlen. Alles Gute und schnelle Genesung, Andi!

Wir wollen uns an dieser Stelle auch beim Torschützen Georg Skopek bedanken, der immer wieder wertvolles Material für unseren Medizinkoffer besorgt und spendet.

Aufstellung:

Tor: Tobias Zechmann

Abwehr: Heinrich Lettner, Toni Stocker, Matthias Stocker, Philipp Stocker

Mittelfeld: Andreas Stocker, Tobias Huemer (ab 70. Michael Wiesbauer), Georg Skopek

Angriff:, Stefan Scherz, Andreas Zechmann (ab 82. Bernd Stocker), Alexander Hutegger

Zuschauer: ca. 115

Gelbe Karte: Georg Skopek (Kritik)

Tore: 1:0 Huber (51.), 1:1 Georg Skopek (59.)

Schreibe einen Kommentar