Spielbericht: SV Rohrmoos – SV Kleinsölk 1:1

Im zweiten Heimspiel musste sich der SV Rohrmoos mit einem 1:1-Unentschieden gegen Kleinsölk zufrieden geben.

Der Regen hat uns während des Spiels verschont, Rasen in Top-Zustand, Sebastian Trinker erwies sich als feinfühliger Grillmeister und unser Ausschank war wie immer sensationell. Damit wäre alles Erfreuliche gesagt – natürlich absolut nicht! Das Match um die Tabellenführung hatte einen hohen Unterhaltungswert und war wie angekündigt hart umkämpft.

Das Aufgebot des SV Rohrmoos bietet in diesen Tagen immer wieder neue Überraschungen. Wie in alten Zeiten zwingen späte Absagen, spät eintreffende Spieler oder sonstige Krankheiten den Trainer zu kreativen Maßnahmen. Fünfmal Stocker in der Startelf – wahrscheinlich kein Rekord, aber ein paar weitere Kandidaten wären in Rohrmoos noch leicht zu finden. Kapitän Andi Stocker war wieder auserkoren, das Tor zu hüten und wird in der ungeliebten Rolle immer besser.

Schnell war zu erkennen, dass die erwartete Zweikampfhärte weiterhin ein Markenzeichen der Gastmannschaft aus Kleinsölk ist. Gesunde Härte ist bekanntlich ein Teil des Spiels und wenn es im Rahmen des Erlaubten bleibt, fördert sie sogar das Durchsetzungsvermögen. Nach sechs Minuten eröffnete Alexander Hutegger das muntere Zielschießen. Bis zum Schlusspfiff gönnte sich wohl jeder Rohrmooser Feldspieler mindestens einen Versuch, das Runde direkt ins Eckige zu befördern. Es zeigte sich, dass unser Präzisionstraining auf Bruno’s Bogenranch bereits zu lang her ist.

Gut gezielt hat Stefan Scherz mit einem Freistoß in der 21. Minute, den der Torhüter mühsam abwehren konnte. Ein großartiges Beispiel für ungewöhnliche Tormannkunst zeigte Andi Stocker in der 24. Minute, als er einen durchaus knackigen Schuss auf sein Tor zum Erstaunen des Publikums lässig mit dem rechten Fuß stoppte. Wenn Donnarumma oder Neuer so eine Aktion zeigen, wird es ein paar Millionen Mal in YouTube angeklickt.

Auf der anderen Seite gab es eine Doppelchance nach einem Schuss von Tobias Huemer und dem Nachschuss von Scherz. Es ging in dieser Phase recht flott hin und her. Im Gegenzug kam Kleinsölk nach einem langen Pass zu einem Versuch, der über dem Tor landete.

Anlässlich seines Startelf-Comebacks durfte Philipp Stocker in der 40. Minute einen Freistoß ausführen und das sah vielversprechend aus, bis Kleinsölk-Torhüter Pircher den Auftritt mit einer Fußabwehr vermasselte. Doch die Gäste waren wenig beeindruckt und als sie kurz danach im Rohrmooser Strafraum auftauchten, fiel ein Angreifer über den stämmigen Haxn von Alexander Hutegger, was den Spielleiter nicht ganz überraschend zum Elfmeterpfiff verleitete. Andi Stocker erahnte die Ecke, aber der Schuss von Nummer 14 war zu scharf, um ihn zu bändigen. Er ist halt nicht Donnarumma oder Neuer.

Besonders spannend sind in diesem Monat die Freistöße von Stefan Scherz, der kurz vor der Pause, wie schon in Pichl, die obere Torstange traf, so dass es bis zum Seitenwechsel beim Rückstand blieb.

Das Ergebnis war für das Heimteam überhaupt nicht akzeptabel und das zeigten sie, wenn auch vergeblich, mit einem Torchancen-Feuerwerk, wie es die Fans seit mindestens drei Lockdowns nicht mehr erlebt haben. Wegen der Fülle an Möglichkeiten belassen wir es ohne Garantie auf Vollständigkeit bei der Kurzform:

47. Min: Flachschuss Tobias Zechmann – gehalten

48. Min: Flachschuss Philipp Stocker – gehalten

49. Min: Kopfball Georg Skopek – abgewehrt

58. Min: Skopek setzt sich im Strafraum durch, Pass zu Karl Thaler – mit Gefühl über das Tor

63. Min: Weitschuss Karl Thaler – zu hoch

65. Min: Christian Fischbacher stürmt brachial in den Strafraum, Ball landet bei Skopek – Pfostentreffer

68. Min: Freistoßflanke Philipp Stocker – Tormann unsicher, aber mit Glück Topchance verhindert

71. Min: Skopek dribbelt sich in den Strafraum, hat nur noch Torhüter vor sich – Schuss am Tor vorbei

74 Min.: Schuss von Tobias Huemer – am Tor vorbei

76. Min: Flanke Tobias Zechmann auf Karl Thaler – Kopfball über das Tor

78. Min: Verdacht auf Handelfmeter für den SVR – ohne Videobeweis nicht nachweisbar

81. Min: Super-Solo von Christian Fischbacher, Tormann ausgespielt – Verteidiger klärt kurz vor dem Einschuss zur Ecke

Auch die Ecke fand noch in dieser 81. Minute statt, die interessanterweise bereits im Vorjahr gegen Kleinsölk die entscheidende war. Stefan Scherz zirkelt den Ball über das Strafraumzentrum hinweg und findet den unwiderstehlich heranpreschenden Matthias Stocker, und der Abwehr- und Landjugendchef versenkt den Ball mit einem wuchtigen Kopfball aus ca. 3,5 Metern Entfernung im kurzen Toreck.

Es blieb spannend und in der 84. Minute verhängte der Schiedsrichter einen Freistoß nach einem Foul an Fischbacher, das sich ziemlich genau auf der äußeren Strafraumlinie ereignete. Die Linie gehört zum Strafraum, so dass eine Elfmeterentscheidung vertretbar gewesen wäre. Keine Vorwürfe an Schieds- und Linienrichter – die Dorfliga-Spiele sind so brutal schnell, dass es zu zweit schwer ist, alles genau zu sehen. Das gilt dann ebenso für das Strafraum-Foul an Georg Skopek in der ersten Halbzeit.

Auch den folgenden Freistoß ließ der Sölkner Keeper Pircher abprallen, aber das Nachsetzen wurde abgepfiffen. In der 89. Minute kam Toni Stocker zu einer Kopfballchance und scheiterte knapp. Unbedingt erwähnenswert sind zwei Standardsituationen, mit denen in der Schlussphase der SV Kleinsölk einem weiteren Treffer nahekam. Nach einem Eckball verfehlte ein freistehender Angreifer den Ball am langen Pfosten nur um wenige Zentimeter und in der 85. Minute senkte sich ein Freistoß nach hoher Flugbahn auf die Torlatte, wobei Andi Stocker das richtige Augenmaß hatte.

Trainer Martin Gerhardter sorgte wieder für ein unerwartetes Comeback, als er in der Endphase seinen Bruder Hans-Jörg Gerhardter eintauschte, der zu Beginn der 2010er Jahre als mehrfacher Torschütze für den SV Rohrmoos glänzte. Unsere Historiker vermuten, dass es sein erster Einsatz seit 2014 war. Diese Angabe ist ausnahmsweise ohne Gewähr.

Torschütze Matthias Stocker

Comeback von HJ Gerhardter

Diagnose:

Immer noch xund! Jeder halbwegs erfahrene Fußballer kennt diese Spiele, in denen der Torerfolg trotz klarer Möglichkeiten nicht gelingen will und das Gefühl entsteht, dass alles zum Vorteil des Gegners läuft. Dass es erstmals seit Mai 2018 in einem Heimspiel nicht zum Sieg gereicht hat, lässt sich verschmerzen. Die Gesamtleistung ist sogar höher zu bewerten als bei den Siegen gegen Selzthal und Pichl. Es gab deutlich mehr Angriffsaktionen, die Defensive hat aus dem Spiel heraus keine Chancen zugelassen. Die Zuschauer haben das Spiel noch aufmerksamer verfolgt als gewohnt. Und dank Zoasa (endlich wieder einmal ein Verteidiger-Tor), haben wir den Nimbus bewahrt, dass wir seit drei Jahren keine Heim-Niederlagen zulassen.

Aufstellung:

Tor: Andreas Stocker

Abwehr: Toni Stocker, Karl Thaler, Matthias Stocker, Bernd Stocker

Mittelfeld: Tobias Huemer (ab 86. Hans-Jörg Gerhardter), Tobias Zechmann, Philipp Stocker, Alexander Hutegger (ab 61. Christian Fischbacher)

Angriff: Stefan Scherz, Georg Skopek

Zuschauer: ca. 70

Tore: 0:1 Mario Ilsinger (41., Foulelfmeter), 1:1 Matthias Stocker (81., Stefan Scherz)

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