Spielbericht: SV Union Haus – SV Rohrmoos-Untertal 0:5

Samstag, 11. Juni 2022 beim Saisonfinale in Donnersbach

Das Beste kam zum Schluss

Die Vorzeichen

Bei entspannter Atmosphäre und Sonnenschein kamen die Teams der in den letzten zehn Jahren erfolgreichsten Dorfliga-Vereine im zweiten Spiel des Saisonfinales auf den Platz am Donnersbacher Felsenpark. Für die Hauser ging es um eine Platzverbesserung und ein Erfolgserlebnis nach einer miesen Serie. Der SV Rohrmoos wollte seine Meistersaison unbesiegt beenden und mit einem starken Auftritt krönen.

Die 1. Halbzeit

Es dauerte recht lang, bis die Mannschaften Wege fanden, um zu torgefährlichen Angriffen zu kommen. Genau genommen gelang es nur den Rohrmoosern, und sie verwerteten auch gleich ihre erste gute Möglichkeit. In der 26. Spielminute überspielte Kapitän Andreas Stocker mit einem langen Pass aus dem Mittelkreis die gesamte gegnerische Abwehr und Stefan Scherz produzierte mit seiner typischen Schusstechnik einen Heber, der sich in der Mitte des Tores knapp unter der Latte ins Tor senkte und somit Tormann Mlinaritsch überwand.

In den folgenden 15 Minuten entwickelte sich eine Drangphase des SVR-Teams, aus der sich die Hauser nicht befreien konnten. Nach weiteren Steilpässen von Andreas und Philipp Stocker verpasste es Scherz in der 28. und 31. Minute knapp, die Führung auszubauen. Noch näher kam Alexander Hutegger dem nächsten Torerfolg, traf aber mit einem strammen Schuss aus ca. 20 m Distanz die Latte knapp neben dem linken Kreuzeck. In der 35. min wurde Philipp Stocker in aussichtsreicher Position angespielt, hatte nur noch den Goalie vor sich, den er dann nach einem Gedanken zu viel oder zu wenig auch genau traf. Doch Philipp brauchte nicht einmal eine weitere Minute für einen wahren Geistesblitz, als er in der nächsten Aktion mit einem Querpass Stefan Scherz anspielte, der aus kurzer Distanz für das 2:0 sorgte.

Oana geht no vor der Pause: Nach einer sehenswerten Kombination passte Georg Skopek auf Andreas Stocker, der in der 40. min freistehend mit einem Flachschuss von der Strafraumgrenze für den 3:0-Halbzeitstand sorgte.

Die 2. Halbzeit

Vielleicht haben sich die Hauser vorgenommen, nach dem Wiederanpfiff konsequenter und geordneter zu verteidigen, aber ihr Alptraum ging direkt weiter. Dieses Mal setzte der eingetauschte Tobias Zechmann mit einem Longline-Pass auf der rechten Angriffsseite Stefan Scherz in Szene, der mit einem langen Heber ins lange Eck den zu kurzen Hauser Tormann erneut schlecht ausschauen ließ.

Die nächste Chance nutzte Philipp Stocker mit einem Schuss von der Strafraumgrenze in der 50. min nicht, weil er im Eifer des Gefechts den Ball nicht gut traf. Zwei Minuten später verpasste Georg Skopek seine beste Torchance in diesem Spiel, indem er einen Kopfball nach Flanke von Scherz aus günstiger Position neben das Tor setzte. Wenn es nicht die blendende Sonne war, hat ihn vermutlich das Nichteingreifen des Hauser Verteidigers irritiert.

Und dann erinnerte sich Philipp Stocker in der 55. Minute daran, was in diesem Match, an diesem Tag fast immer funktioniert hat. Mit einem idealen Steilpass brachte er wieder Stefan Scherz ins Laufen, der sich mit einem Flachschuss ins lange Eck zum 5:0 bedankte. Mit dem ersten Viererpack seiner Dorfliga-Karriere war Scherz plötzlich ein heißer Kandidat für die Torjägerkrone, aber dazu gleich.

Weil noch gar so viel Zeit war, drohte dem SV Haus ein fürchterliches Debakel. Dazu wollte auch der eingetauschte Sebastian Trinker seinen Teil beitragen, schoss aber nach einem erneut schönen Pass von Stefan Scherz in der 74. min über die Kiste. Knapp zwei Minuten danach führte ein Eckstoß zur letzten Großchance, aber der Hauser Keeper Mlinaritsch erlebte seine besten Spielsekunden und entschärfte erst einen Kopfball von Matthias Stocker und wurde dann auch noch vom Nachschuss getroffen, mit dem Trinker die beste Gelegenheit auf sein ersehntes erstes Saisontor verpasste.

Danach schaltete unsere Meistermannschaft ob der immer noch recht warmen Temperaturen ein wenig zurück oder war einfach beim Herausspielen von Tormöglichkeiten weniger zielorientiert als zuvor. Erst in der 86. Minute kamen die Hauser mit einem Schuss von der linken Seite über das Tor zumindest in die Nähe eines Torerfolgs. Der überraschend als Tormann aufgestellte Andreas Zechmann hatte seinen Strafraum während der gesamten Partie gut im Griff und bestand auch die seltenen Bewährungsproben tadellos. Die Verteidigung und die Abräumer im Mittelfeld ließen es gleich gar nicht zu, dass vor dem eigenen Tor zu viel los war.

So blieb es beim 5:0-Sieg und das ist immerhin der eindeutig höchste, der dem SV Rohrmoos jemals gegen den SV Haus gelang. Einige unserer Spieler haben es sich danach nicht nehmen lassen, einen Sprung in den gut gekühlten Donnersbacher Badesee zu wagen – besser als jede Eistonne.

SVR-Aufstellung und Statistik

Tor: Andreas Zechmann

Abwehr: Heinrich Lettner (ab 46. Tobias Zechmann), Toni Stocker (ab 60. Gerhard Fischbacher), Matthias Stocker, Thomas Stöckl

Mittelfeld: Andreas Stocker, Philipp Stocker (ab 60. Sebastian Trinker), Alexander Hutegger (ab 46. Christian Fischbacher)

Angriff: Stefan Scherz, Georg Skopek, Michael Wiesbauer (ab 68. Lukas Reiter)

Zuschauer: ein Kommen und Gehen, aber insgesamt sicher 100

Tore: 0:1 Stefan Scherz (26., Andreas Stocker), 0:2 Stefan Scherz (36., Philipp Stocker), 0:3 Andreas Stocker (40., Georg Skopek), 0:4 Stefan Scherz (47., Tobias Zechmann), 0:5 Stefan Scherz (56., Philipp Stocker)

Die letzten sportlichen Erkenntnisse der Saison

Es war nicht nur der höchste Sieg ever gegen Haus, sondern auch der deutlichste Saisonsieg und sogar der höchste Erfolg seit einem 7:0 gegen Oppenberg am 21. September 2019. Als die Schwachpunkte des Gegners offensichtlich waren, hat unsere Mannschaft die entscheidenden Wirkungstreffer gesetzt. Ob da noch ein paar Tore mehr möglich waren, brauchen wir überhaupt nicht diskutieren. Es ist ein tolles Ergebnis und ein Gesamtauftritt, wie wir ihn uns für die Finalveranstaltung gewünscht haben.

Die Torgaranten und eine leichte Unstimmigkeit

Die Torschützenkönige Georg Skopek

und Stefan Scherz

Mit Georg Skopek und Stefan Scherz haben zwei Spieler allein 22, und damit zwei Drittel unserer 33 Saisontore erzielt. Nach seinem überragenden Auftritt hat Scherz im letzten Spiel mit Skopek gleichgezogen. So haben sich auch beide den Preis für den besten Torjäger der Saison verdient. Wir sind da sehr genau, können durch unsere eigenen Spielberichte jedes Tor einem Schützen zuordnen und haben es mehrmals überprüft. Die Dorfliga-Jury hat allerdings anhand der offiziellen Spielberichte zwei Tore mehr für Skopi ermittelt und ihm die Trophäe übergeben. Wahrscheinlich waren ein Formfehler und ein falsch zugeordnetes Eigentor ausschlaggebend. Wenn wir die Tore der zwei abgebrochenen Spielzeiten dazurechnen, ist er auch bei uns eindeutig vorn. Stefan Scherz ist ja zudem ein junger Hupfer mit klarem Aufwärtstrend, der sicher noch einige Chancen hat, den Goldenen Schuh zu erobern. Hauptsache, wir haben die Auszeichnung nach langer Zeit wieder einmal in unseren Reihen. Mit jeweils vier Vorlagen führen Andreas und Philipp Stocker am Ende unsere Liste der erfolgreichsten Tor-Assistenten an. Wir werden bei Gatorade anfragen, ob sie dafür einen Pokal stiften.

Abschiede

Jetzt hört er wirklich auf, unser Erfolgstrainer Martin Gerhardter.  Andere Angebote waren sicher zu verlockend, aber in seinem Alter stehen die Chancen auf ein Comeback gut – ganz anders als beispielsweise bei Otto Rehhagel. Wir sind einfach sehr dankbar für die schöne gemeinsame Zeit. Weil die Zahlen so sensationell sind, müssen wir sie noch einmal präsentieren: 4 Jahre, offiziell 3 Meistertitel und dreimal Herbstmeister, 40 Spiele, 30 Siege, nur eine Niederlage, 110:29 Tore. Weitere Serien und Rekorde bleiben voraussichtlich noch für viele Jahre unerreicht. Mit Michael Wiesberger verlässt uns ein Kämpfer, der uns in den letzten Jahren auf und neben dem Platz viel Freude bereitet hat. Wir hoffen sehr, dass wir ihn weiterhin oft bei unseren Spielen sehen. Bernd Stocker gehört zu unseren jüngsten Spielern und will seine Karriere vorläufig beim SV Haus fortsetzen. Dafür wünschen wir ihm alles Gute, wenn er uns nicht zu oft als Gegenspieler ärgert. Eine prägende Person der gesamten Dorfliga-Geschichte werden wir nicht mehr auf dem Spielfeld sehen: Schiedsrichter und Schiedsrichter-Obmann Rupert Sallegger verabschiedet sich 71-jährig in den sportlichen Ruhestand. Wir bedanken uns für seinen großartigen Einsatz, für die guten und weniger guten Pfiffe, für die Trinkpausen und die netten Unterhaltungen.

Die Zukunft

Nur wenn sich mindestens sechs Mannschaften zur Teilnahme anmelden, wird die 37. Ennstaler Dorfmeisterschaft im kommenden Herbst stattfinden. Der SV Rohrmoos-Untertal ist bereit und willig, zur Titelverteidigung anzutreten. Zumindest zwei der aktuellen Vereine haben noch ein wenig Klärungsbedarf. Nach einer weiteren Sitzung mit den Vereinsvertretern soll am 18. Juli verkündet werden, ob und mit welchen Klubs, Regeln und Vorgaben es weitergeht.

Die Siegerehrung

Laut war es im Donnersbacher Festzelt, turbulent, stimmungsvoll, feucht, ausgelassen und nicht immer ungefährlich. Liga-Obmann Ehrenfried Lemmerer zelebrierte die Ehrung der Saisonbesten auf der kleinen Bühne wieder auf mitreißende Weise. Am Ende stellte sich zum Glück doch irgendwann heraus, dass der SV Rohrmoos zum siebten Mal die Ennstaler Dorfmeisterschaft gewonnen hat. Den schweren Wanderpokal haben wir ja nicht lang vermisst, und der Meisterpokal für die abgelaufene Saison ist auf jeden Fall eine Bereicherung für unser Vereinsheim. Bei der Verlosung interessanter Preise sind wir dafür komplett leer ausgegangen.

Die Meisterfeier

Meisterlich geil, aber alles müsst Ihr auch nicht wissen.

Wir bedanken uns beim FC Donnersbach für herrliche Abschlussveranstaltung und hoffen auf ein Wiedersehen im Herbst 2022.

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