Spielbericht: SV Kleinsölk – SV Rohrmoos-Untertal 0:3

In Kleinsölk feierte der SV Rohrmoos-Untertal einen 3:0-Auswärtssieg.

Schon die Anreise hat uns bestätigt, dass der Titel „Duell in den Bergen“ zu diesem Spiel besser passt, als zu allen Anderen. Verändert hat sich wenig seit unserem letzten Besuch in Kleinsölk vor drei Jahren. Muss auch nicht sein. Die meisten der ca. 46 Zuschauer schauten vom Gastgarten des Vereinslokals aus zu und die sieben Auswärtsfans standen direkt an der Trainerbank des SVR, zumindest fünf davon sogar bis zum Schluss.

In der Startaufstellung von Martin Gerhardter waren mit Tormann Raphael Sablatnig und Abwehr-Maestro Matthias Stocker zwei Rückkehrer, die im Frühjahr 2022 noch nicht dabei waren. Mit Gerhard Fischbacher, Georg Skopek, Thomas Stöckl, Michael Wiesbauer, Tobias und Andreas Zechmann, gab es dafür einige prominente Absagen. So ergab sich mit einer Stocker-Viererkette in der Abwehr und mit einem Stocker davor im defensiven Mittelfeld eine echte Rarität. Vielleicht brauchen wir irgendwann überhaupt nur noch die Vornamen schreiben, und wir bitten deshalb jetzt schon die künftigen Stocker-Eltern, möglichst verschiedene und kreative Namen zu vergeben.

Die Stocker-Abwehr mit Torwart Raphael Sablatnig

Die ersten Offensivaktionen gingen vom SV Kleinsölk aus, waren aber nicht zwingend torgefährlich. Auf der anderen Seite dauerte es bis 13. Min, bevor Sebastian Trinker gleich zwei Torgelegenheiten hintereinander hatte, aber in beiden Fällen den Tormann traf, der ihm entgegengekommen war und sich ganz lehrbuchgemäß breit machte. Dafür bekamen die Sölkner mehrfach die Chance, Freistöße zu trainieren und es sah auch aus, als ob sie das schon sehr lang nicht mehr gemacht haben. Unsere waren allerdings auch kaum besser.

Christian „Grilli“ Fischbacher war nach zwei Torhütereinsätzen wieder einmal in einer Rolle als Angriffsspieler zu finden und wollte wissen, ob Stefan Scherz nach seinem Triplepack gegen Pichl immer noch treffsicher ist. So bediente er ihn mit einer herrlichen Flanke in der 16. min und die folgende Direktabnahme war optimistisch, aber nicht ideal ausgeführt, so dass der Torhüter die Lage im Griff hatte. Aber nur zwei Minuten später war „Bustle“ Trinker der Absender einer weiteren Flanke und Scherz kam diese Mal ziemlich unbedrängt zum Kopfball, den er prompt zum Führungstor verwertete. Wenn’s laft, dann laft’s!

Im Angriff war aber Trinker weiterhin sehr lebhaft und sprintete in der 21. min einem langen Pass nach, den der gegnerische Torhüter vor seinem Strafraum irregulär mit der Hand abwehrte. Trotzdem überwand Trinker den Keeper und schob den Ball ins Tor. In diesem Fall muss die Vorteilsregel gelten, aber der Schiedsrichter gab nur einen Freistoß für Rohrmoos und versäumte es auch noch, den Tormann mit dem fälligen Platzverweis oder zumindest einer Verwarnung zu bestrafen.

Das war nicht ganz leicht zu verkraften und die Spielqualität ließ ein wenig nach, aber das war nur die Ruhe vor einem weiteren Sturmlauf von Sebastian Trinker, der es dieses Mal mit einer flachen Hereingabe versuchte, die maßgeschneidert für Christian Fischbacher war, der aus zentraler Position im Strafraum scharf genug schoss, um dem Tormann keine Abwehrchance zu geben – 0:2 nach 36 Minuten. Bis zur Pause war nicht mehr viel los.

Kurz schien es, als ob Kleinsölk mit frischem Wind aufs Feld zurückkehrte, doch mit einem Schuss aus der Halbdrehung war es wieder Fischbacher, der für mehr Torgefahr sorgte, aber der Torwächter war aufmerksam. Danach waren die Aktionen eher zerfahren statt flüssig, so dass der Ball meistens im Mittelfeld unterwegs war. Trotzdem wurden die SVR-Fans zwischendurch mit unglaublichen Ballbesitzphasen verwöhnt.

Und der SV Rohrmoos hatte eine neue Variante auf Lager, die das vorentscheidende dritte Tor brachte. Nach einem Einwurf von Fischbacher in der 61. min leitete der Vorlagen-Kaiser des Tages Sebastian Trinker den Ball weiter und fand am kurzen Pfosten Kapitän Andreas Stocker, der mit einem Linksschuss ins kurze Eck traf.

Sechs Minuten später hatten die Gastgeber ihre beste Torchance, als ein Kopfball nach einem Eckball an den Torpfosten sprang. Weitere Freistöße verfehlten auf beiden Seiten deutlich das Ziel. In der 84. min setzte sich Tobias Huemer auf der rechten Angriffsseite durch und sein zunächst harmlos wirkender Schuss verfehlte das anvisierte Gehäuse nur knapp.

Die Stocker-Abwehrkette und der sichere Rückhalt Raphi Sablatnig sorgten dafür, dass am Ende die Null stand. In den sieben Spielen davor haben wir immer genau einen Gegentreffer kassiert.

Ab und zu hat es geregnet, aber irgendwie war es doch wieder schön in der Sölk.

Assistgeber Sebastian Trinker mit den Torschützen Stefan Scherz, Andreas Stocker und Christian Fischbacher

Abschlussbetrachtung

Der angestrebte Sieg wurde trotz einiger Ausfälle ziemlich ungefährdet eingefahren. Die Aufstellung von Martin Gerhardter hat sich als goldrichtig erwiesen. Die rechte Abwehrseite war ein Schwachpunkt des Gegners, was Alexander Hutegger, Christian Fischbacher und Sebastian Trinker mehrfach nutzten, um die entscheidenden Aktionen einzuleiten. Auch der eingetauschte Lukas Reiter machte seine Sache gut und wir freuen uns immer wieder auf die seltenen Einsätze von Hans-Jörg Gerhardter, der nicht nur für die Einhaltung der Altersvorgaben eine Bereicherung ist.

Sebastian Trinker muss ein gestohlenes Tor verschmerzen, aber sind bitte drei Torvorlagen in einem Spiel nicht noch mehr wert? Siebtes Saisontor von Scherz und jetzt sogar per Kopfball – es ist leicht beängstigend, aber wir können gar nicht genug davon sehen.

Als freudige Mathematiker haben wir den wahrscheinlich besten Saisonwert bei der prozentualen Großchancenverwertung registriert, auch wenn die Anzahl der Abschlüsse sicher niedriger als fast allen vorherigen Spielen war. Wir wollen aber gar nicht mehr viel rechnen, obwohl es uns die Konkurrenten mit ihren zahlreichen Spielabsagen nicht leicht machen, den Überblick zu behalten. Sicher ist momentan nur, dass uns neun Punkte aus den sicher spannenden restlichen drei Spielen die sichere Titelverteidigung sichern.

Aufstellung:

Tor: Raphael Sablatnig

Abwehr: Philipp Stocker, Toni Stocker, Matthias Stocker, Bernd Stocker

Mittelfeld: Andreas Stocker, Tobias Huemer, Alexander Hutegger

Angriff: Stefan Scherz (ab 82. Hans-Jörg Gerhardter), Sebastian Trinker (ab 71. Lukas Reiter), Christian Fischbacher

Zuschauer: ca. 40

Tore: 0:1 Stefan Scherz (18., Sebastian Trinker), 0:2 Christian Fischbacher (36., Sebastian Trinker), 0:3 Andreas Stocker (61., Sebastian Trinker)

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