Spielbericht: SV Rohrmoos-Untertal – FC Donnersbach 4:1

Jünger…Heißer…Siegreicher

Sonniges Fußballwetter bei fast 25 Grad hat Vor- und Nachteile: Das Gute daran ist, dass das Ambiente angenehmer, der Durscht der Zuschauer größer und der Ball berechenbarer ist. Dafür ziehen es dann oft einige Fans vor, sich woanders zu vergnügen, es wird weniger gegessen und die Spieler ermüden schneller. Der FC Donnersbach hat sich bei diesen Bedingungen einen zusätzlichen Nachteil verschafft, indem nur zwölf Spieler angereist sind, so dass der Trainer nur eine Wechseloption hatte.

Der erste Höhepunkt geschah bereits in der zweiten Spielminute, als einige Zuschauer noch gar nicht angekommen waren. Eine hohe Flanke klärte der Donnersbacher Tormann mit einer Faustabwehr, die zu einer Vorlage für das erste und spektakulärste Tor des Tages wurde. Mit einem perfekt getroffenen Dropkick traf Alexander Hutegger aus halblinker Position diagonal und wuchtig in den Torwinkel. Sogar Papa Kurt hat es verpasst und wir schlagen es mit dem Verweis auf mehrere Augenzeugen als schönstes nicht gefilmtes Tor der Saison vor.

Fast hätte Sebastian Trinker gleich in der 5. min nachgelegt und kurz darauf meldeten sich die Donnersbacher mit einer Weitschusschance. In der folgenden halben Stunde war das Spiel sehr ausgeglichen, aber mit kaum nennenswerten Angriffsaktionen. Die Abwehrreihen ließen wenig zu, die Standardsituationen blieben harmlos und wirkungsvolles Kombinationsspiel kam nicht zustande.

Doch dann kam wieder mehr Stimmung auf, als Stefan Scherz gekonnt von der rechten Seite flankte und Michael Wiesbauer in der 35. min am langen Pfosten mit einem Fallrückzieher das Tor nur knapp verfehlte. Nur eine Minute später war wieder Scherz am Ball und versuchte es mit einem scharfen Direktschuss, den der gegnerische Tormann bravourös abwehrte. In der 42. min gab es auf der anderen Seite eine ähnliche Szene, bei der SVR-Tormann Raphael Sablatnig einen Schuss aus 18 m über die Querstange lenkte. Kurz danach flog wieder eine Flanke von Scherz zu Wiesbauer, der dieses Mal mit einem Kopfball das Ziel verfehlte. Wir hätten ihm sein erstes Saisontor sehr gegönnt, aber das wird sicher noch folgen. Die letzte Aktion der ersten Hälfte gehörte Kapitän Andreas Stocker, der mit einem satten Schuss das obere Segment der Latte traf.

Die Pause war kurz. Der nächste Versuch von Stefan Scherz war ein Fernschuss, der mit hoher Flugkurve über das Gehäuse an der Bachseite flog. Auch die nominellen Verteidiger beteiligten sich an der Jagd auf den Ausbau der knappen Führung. Matthias Stocker pfefferte einen Freistoß aus fast 40 m Entfernung über das Tor. Dann dribbelte sich Philipp Stocker großartig auf der linken Seite durch und passte zu Bruder Andreas, der seinen Linksschuss auch zu hoch ansetzte.

Ab der 62. min folgte ein kurzes, aufregendes Zwischenhoch der Gastmannschaft bei gleichzeitigem Konzentrationsmangel einiger Rohrmooser Spieler. Zunächst rauschte ein kraftvoller Schuss knapp am SVR-Tor vorbei. Kurz danach verhinderte Matthias Stocker nach einer Ecke an den kurzen Pfosten wirklich besorgniserregende Torgefahr. Der darauffolgende Eckball führte dann aber zum Ausgleich für Donnersbach, als ein Flachschuss aus der Strafraumitte fast gemütlich seinen Weg ins Tor fand, wobei Goalie Sablatnig wegen verdeckter Sicht nicht mehr eingreifen konnte.

Der Ausgleich war ärgerlich, hat aber auch geholfen, unser Spieler aus einer leichten Schwermütigkeit zu erwecken. Und wieder setzte Stefan Scherz ein Signal, als er den recht weit vor dem Tor stehenden Torwächter mit einer Bogenlampe aus ca. 30 m Entfernung überlistete, aber der Ball klatschte genau auf die Latte. Andere Mittel mussten her und Philipp Stocker überraschte die Gegenspieler mit einem pfiffigen Einwurf zum nach der Pause eingetauschten Georg Skopek, der die freie Schussbahn nutzte, um den Ball im kurzen, oberen Eck zu versenken.

Kurz danach kam Tobias Huemer zentral vor dem Strafraum zu einer guten Schussgelegenheit, doch dem Schlussmann gelang die rettende Abwehraktion. Philipp Stocker hatte immer mehr Freude mit seinen Flankenläufen, setzte sich in der 73. min bis zur Grundlinie durch und fand mit seinem anschließenden Pass erneut Georg Skopek, der souverän zum 3:1 vollstreckte.

Und die Skopi-Show war noch nicht vorbei. Nach einem schönen Querpass von Lukas Reiter stand nicht mehr viel im Weg und Georg vollendete mit einem Schuss von der Strafraumgrenze seinen lupenreinen Hattrick innerhalb von 12 Minuten.

Bei den Donnersbachern waren derweil einige ermüdete Haxn erkennbar und ein paar Spielwechsel hätten ihnen gutgetan, aber zu kleine Aufgebote sind in der Dorfliga bekanntlich keine Rarität und wenn es warm ist und der Gegner laufstark ist, schmerzt es umso mehr. Trotzdem waren sie auch kurz vor dem Abpfiff weiterhin um eine Ergebniskorrektur bemüht und Raphael Sablatnig war nach einem Freistoß und nach einer Ecke schwer gefordert, meisterte die Aufgaben aber vorzüglich.

Wie beim Auswärtsspiel im Herbst siegte der SV Rohrmoos 4:1 gegen Donnersbach. Erst zum vierten Mal gewannen wir beide Saisonspiele gegen den noch amtierenden Rekordmeister. Wir hoffen, dass wir beim Saisonfinale am 11. Juni trotzdem willkommene Gäste am Freizeitsee sind und vielleicht dürfen wir bei der Siegerehrung auch ein wenig mitmischen.

Vereinsinterne Analytik und Szenario:

Der frühe Führungstreffer war ein Genuss und ein Polster, auf dem sich unsere Mannschaft recht lang ausgerastet hat. Vielleicht war auch die fast sichere Annahme im Hinterkopf, dass Donnersbach in der Endphase körperlich nachlassen wird. Der FC Donnersbach war ansonsten der erwartet starke und erfahrene Gegner. Da können wenige gelungene Aktionen genügen, um jeden Dorfliga-Teilnehmer massiv zu ärgern. Insgesamt hat unser Team das Spiel aber gut kontrolliert und mit einer beeindruckenden Zwischenoffensive zum passenden Zeitpunkt für die Entscheidung gesorgt. Georg Skopek hat wegen leichtem Trainingsrückstand nur in der zweiten Halbzeit gespielt, aber wenn er dann derartige Vollstreckerqualitäten zeigt, können wir das öfter probieren. Haben wir in der Dorfliga schon einmal einen Dreierpack in 12 Minuten erlebt? Wer sich an einen noch schnelleren Hattrick erinnert, möge es unten in das Kommentarfeld schreiben.

Wir sind am Wochenende ganz unfreiwillig in eine Situation geraten, die uns schwer zu denken gibt. Tatsächlich gibt es die Möglichkeit, dass wir an unserem spielfreien Wochenende das Zelt für das Fest der Vereine aufbauen und zwischendurch erfahren, dass wir bereits als Meister feststehen. Das wäre der Fall, wenn der SV Haus sein Auswärtsspiel in Pichl nicht gewinnt. Andererseits kann es auch weiterhin zu einem echten Finalspiel beim Saisonabschluss in Donnersbach kommen, wenn der SV Haus seine nächsten drei Spiele gewinnt und unsere Mannschaft das Heimspiel gegen Mitterberg nicht gewinnt. Ganz gleich wie es kommt gehen unsere Spieler selbstverständlich immer auf den Platz, um zu gewinnen. Da müssen wir nicht herumrechnen und die taktische Anweisung, die der einzige deutsche Fußball-Kaiser einst vor einem gewonnenen WM-Finale ausgegeben hat, passt fast immer: „Geht’s raus und spielt’s Fußball!“

Aufstellung:

Tor: Raphael Sablatnig

Abwehr: Heinrich Lettner (ab 61. Bernd Stocker), Toni Stocker, Matthias Stocker, Philipp Stocker

Mittelfeld: Andreas Stocker, Stefan Scherz (ab 77. Lukas Reiter), Tobias Huemer (ab 77. Tobias Zechmann), Alexander Hutegger

Angriff: Michael Wiesbauer (ab 46. Georg Skopek), Sebastian Trinker

Zuschauer: ca. 56

Tore: 1:0 Alexander Hutegger (2.), 1:1 Maurer (65.), 2:1 Georg Skopek (68., Philipp Stocker), 3:1 Georg Skopek (73., Philipp Stocker), 4:1 Georg Skopek (80., Lukas Reiter)

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