Spielbericht: SV Haus II – SV Rohrmoos-Untertal 1:0

Meisterstund

Zu Beginn der Meisterstund am 14. Juni waren die Aussichten auf die Titelverteidigung immer noch sehr gut, um 18:14 Uhr erklang urplötzlich ein schwerer Tiefschlag und exakt um 18:57 Uhr war der Niedergang besiegelt.

Es war der bis dahin hitzigste Tag des Jahres im Ennstal – fast mehr Plusgrade als in unseren vorherigen drei Spielen zusammen. Bei Temperaturen deutlich über 30 Grad verringert sich das Spieltempo und das zeigte sich in allen drei Spielen der Abschlussveranstaltung in Mitterberg. Natürlich war es für alle Mannschaften gleich.

In der ersten Halbzeit hatte unser SV Rohrmoos mehr Spielanteile als die Hauser, es kamen aber kaum klare Torchancen zustande. Die Genauigkeit bei den Zuspielen war oft nicht optimal und die Hauser verteidigten mit großem Einsatz. Es gab auf beiden Seiten mehrere Ecken und Freistöße, die aber auch nicht sehr wirkungsvoll ausgeführt wurden. Sehr stark zeigte sich unsere Abwehr mit Leader Matthias Stocker, die sämtliche aussichtsreiche Aktionen der gegnerischen Angreifer vereitelte. Sonst dominierten Zweikämpfe und Fehlpässe das Geschehen.

Die vielleicht beste SVR-Torgelegenheit der ersten Hälfte oder vielleicht sogar im gesamten Spiel hatte Tobias Huemer in der 34. Spielminute mit einem Vollspannschuss von der rechten Torraumgrenze, der am langen Eck knapp am Pfosten vorbeiflog. Vorher hatte auch Philipp Stocker eine gute Schusschance, doch er hat sicher in der Trinkpause das falsche Zielwasser erwischt.

Schon in der Pause war die Stimmung in unserer Mannschaft eher angespannt als optimistisch, auch wenn wir mit dem 0:0 immer noch auf Meisterkurs waren.

Es ist nicht untypisch für solche Finalspiele, dass die Entscheidung aus einer eher harmlosen Situation entsteht. So gab es in der 56. Minute einen Freistoß für den SV Haus aus ca. 25 Metern Distanz, der vermeintlich als „leichte Beute“ in den Händen unseres Tormanns Tobias Zechmann landen sollte, doch manchmal gehorchen diese runden Gegenstände nicht. So entglitt ihm der Ball unglücklich. Darauf hat der heransprintete Luca Wieser offenbar bereits spekuliert, um aus dem Lauf mit dem Knie den Ball ins Netz zu befördern. Der Torjubel war laut und dampfend.

Danach hatten die Hauser das Spiel gut Kontrolle und es schien eher wahrscheinlich, dass sie noch ein weiteres Mal treffen, als dass ein Ausgleichstreffer fällt. Klare Torchancen blieben aber weiterhin Mangelware. Die erhoffte Schlussoffensive des Titelverteidigers war nicht konsequent oder ideenreich genug, um die Wende zu schaffen. Ein Weitschuss von Matthias Stocker flog knapp über das Tor. Dann sprang allerdings in der 90. Minute nach einem Eckball von Alex Hutegger der Ball an den nicht am Körper anliegenden Oberarm eines Hauser Verteidigers. Ein Videobeweis hätte den Schiedsrichter wahrscheinlich davon überzeugt, auf Elfmeter für Rohrmoos zu entscheiden. Wäre sicher noch ein spannender Höhepunkt gewesen.

Wegen den Trinkpausen war die Nachspielzeit lang und in der 99. Minute hatte Lukas Knauss mit einem Freistoß aus günstiger Position den letzten Meister-Matchball. Doch an so einem Tag konnte auch das nicht gelingen und so flog der Ball wieder an einmal am Tor vorbei.

Kurz danach feierte der SV Haus seinen vierten Meistertitel in der Dorfliga, zu dem wir auch an dieser Stelle herzlich gratulieren.

Abgesang

Schlussendlich sind wir Vizemeister, auch wenn wir im Direktvergleich um ein Tor besser als Haus waren, auch wenn wir insgesamt die meisten Tore erzielt und die wenigsten Gegentore erhalten. Das letzte Spiel zählte sicher nicht zu unseren besseren. Für uns als Schlechtwetterspezialisten war es bei über 30 Grad auch nicht leicht. Das Siegtor der Hauser hat irgendwie in die WM 2002 erinnert. Oliver Kahn war dort überragend, sogar am Ende Spieler des Turniers und ohne ihn hätte Deutschland bestimmt nicht das Finale erreicht. Doch dann ist ihm der Ball ausgekommen, den Brasiliens Ronaldo zum Führungstor genutzt hat. Sicher ist eine WM nicht so wichtig wie die Dorfmeisterschaft, aber es gibt genügend Beispiele für Endspiele, die durch kleine Pannen entschieden wurden. Letztlich sind die Feldspieler, die zu wenig Tore erzielt haben, immer mindestens genauso für eine Niederlage verantwortlich, wie der Tormann. Sonst gibt es bei so einem knappen Ausgang und einem ungefähr gleichwertigen gar nicht mehr viel zu sagen. Auf ein Neues ab September! Mehr Trainingsbeteiligung wäre wünschenswert ein paar Prozent Leistungssteigerung sind ganz gewiss an jeder Stelle möglich – sogar bei der Berichterstattung.

Tor:

Tobias Zechmann

Abwehr:

Philipp Stocker, Hannes Sailer, Cpt. Matthias Stocker, Dragan Zelenac (ab 76. Dominik Esterl)

Mittelfeld:

Tobias Huemer (ab 46. Bernd Stocker), Andreas Stocker, Lukas Knauss, Alexander Hutegger

Angriff:

Christian Fischbacher (ab 71. Max Thaler), Georg Skopek

Tore:

1:0 Luca Wieser (55.)

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